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Peter Handke
kritisiert Vorschläge
für Friedenspreis

Der österreichische Schriftsteller Peter Handke hat die Empfehlung kritisiert, den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels an Bundeskanzler Schröder und Außenminister Fischer zu verleihen. Das hatte der Verband deutscher Schriftsteller vorgeschlagen. »Mit diesem Vorschlag ist das Wort Schriftsteller außer Gebrauch zu setzen«, sagte der Autor in einem Interview, das am Donnerstag in der österreichischen Illustrierten »News« erschienen ist. »Die Leute, die den Krieg gegen Jugoslawien vor vier Jahren scheinheiligst losgebrochen haben, sagen vier Jahre später noch scheinheiliger: ›Von diesem Krieg sind wir nicht überzeugt‹«, sagt Handke. »Wenn man dafür vom deutschen Schriftstellerverband für den Friedenspreis vorgeschlagen wird, dann höre ich auf. Mein Beruf wird dann Rentner oder Maikäfer.« Der Vorstand des Verbandes, Fred Breinersdorfer, hatte seine Empfehlung, Schröder und Fischer den Preis zu verleihen, Ende März ausgesprochen und mit dem beharrlichen Einsatz für eine friedliche Lösung des Irak-Konflikts begründet. dpa

DER TAGESSPIEGEL
25.4.2003

Bekanntlich ist Peter Handke ein glühender Verehrer des serbischen Kriegsverbrechers Milosevic, der Handke aus Dankbarkeit zum Ritter schlagen ließ. Neuerdings will Handke das Wort Schriftsteller außer Gebrauch setzen, weil Leute, die ihm nicht passen, für einen Kulturpreis vorgeschlagen wurden. Ach!!! Wenn alle, die mir nicht passen, z.B. Handke, mit schöner Regelmäßigkeit Preise einheimsen, hätte ich das Wort Schriftsteller für mich nie in Gebrauch setzen dürfen. Welchen Beruf aber will der Ex-Schriftsteller Handke statt dessen ergreifen? Rentner? Das wird leider nicht möglich sein, weil Handke vermutlich niemals etwas in eine Rentenkasse eingezahlt hat. Oder Maikäfer? Stimmt er mit diesem Berufswunsch etwa dem Diktum von Wilhelm Busch zu:

       Jeder weiß, was so ein Mai-
       Käfer für ein Vogel sei!

Aber hat sich Handke den Verzicht auf weiteres literarisches Schaffen und die Verwandlung in ein wonnemonatliches Insekt auch gründlich überlegt? Ich fürchte: nein! Und formuliere mein Bedauern über diesen voreiligen Rücktritt so:

       Niemand weiß, warum des Serben-
       Ritters Poesie soll sterben.

Wenn jedoch die Presse den offenbaren Schwachsinn des Peter Handke weiterhin groß herausstellt, will ich in Zukunft Gregor Samsa heißen.

Klaus M. Rarisch
 

JAHRTAUSENDWENDE

Ein weiteres Jahrhundert langsam weicht,
verblaßt schon scheint uns sein Erscheinungsbild.
Ein Dichter prägte unser Meinungsbild,
ihm fiel die Serbenritterrolle leicht.

Ob sie auch eilt, die Zeit, ob sie nur schleicht,
bleibt Jesus stets nur ein Beweinungsbild,
und von der Welt blieb ein Verneinungsbild.
Ein heiteres Jahrtausend ist erreicht!

Wie war das Leben doch vordem bequem,
denn statt zu streben schmiß man nur mit Lehm.
Wie wirkten damals infantil-utopisch

die Heinzelmännchen eines August Kopisch.
Statt dessen machen heut Computer schlapp
und stürzen bei Null-Null präzise ab.

aus
DER NACHGEBORENE
Redensartigkeiten und Sonette
von Klaus M. Rarisch
Meiendorfer Druck Nr. 47

 

Selbstkommentar von Peter Handke
laut einer dpa-Meldung im TAGESSPIEGEL vom 20.6.2003:

Peter Handke will nie mehr öffentlich auftreten. In seiner Dankesrede zur Verleihung der Ehrendoktorwürde der Universiät Salzburg erklärte [er]: »Das ist das letzte Mal, dass ich mein Idiotentum öffentlich zeige.«

 

     
Remington-Anspitzer

Klaus M. Rarisch bei fulgura frango

     

Rechte an Kommentar + Sonett bei Klaus M. Rarisch