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Robert Wohlleben:

Brot für die Welt

Wie schmeckt die Wurst? Nach mehr und ohne Brot,
wie wir’s an vierter Stelle erst erbitten.
Ob dick gesäbelt oder dünn geschnitten …
wir wissen ja: Da gibt es kein Gebot.

So kommt, was Zweifel war, gewiß ins Lot,
ergibt Permiß im Sinne guter Sitten.
Die Wurst bleibt also hier, ganz unbestritten …
wir wissen ja: Wer bittet, ist nicht tot.

Was es auch sei, ist nicht umsonst gespendet:
Gleich brennt auf Hand und Fuß und Wange Kuß
um Kuß, als schmales Erbe hinverschwendet.

Der Lobgesang gerät zum Klanggenuß.
Wenn er verfrüht verstummt, zur Unzeit endet,
dann reicht zum Ablaß uns ein Angelus.

    für Ernst-Jürgen Dreyer
    Ottensen, 7. III. 2007
    nachträglich zu Matthias Koeppels und Klaus M. Rarischs
    Tenzone »Um die Wurst. Sonette zur Lage«
    (Meiendorfer Druck Nr. 56 von 2006)

    On a Wing and a Prayer (Meiendorfer Druck Nr. 63)



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