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Birgit Esser

Biographie Gorch Fock

    Dichten – bewußtes Träumen. Und das macht vielleicht das Leben des Dichters aus, daß er Bühne und Bücher für Leben nimmt und das Leben für ein Schauspiel, für ein Bilderbuch.
    (Nachlaß Gorch Fock Sign.: Ca 03, Bl. 10) [1]

Die Spannung zwischen der bürgerlichen Existenz des Johann Kinau und des künstlerischen Strebens Gorch Focks ist gekennzeichnet durch zwei wesentliche Daseinselemente, deren Zwiespältigkeit sich zwischen Wollen und Können, zwischen Traum und Wirklichkeit äußert. Johann Kinau ist die bürgerliche Wirklichkeit des Buchhalters, des Soldaten und Mariners, als der er auch den Tod findet. Gorch Fock ist der Künstler, der seine Träume in Literatur umsetzt.

Gorch Fock wird als Johann Wilhelm Kinau am 22. August 1880 auf dem hamburgischen Teil der Elbinsel Finkenwerder als Ältester von sechs Kindern des Hochseefischers Heinrich Wilhelm Kinau und der aus Neuenfelde im Alten Land stammenden Metta Kinau, geb. Holst geboren. Aus der Ehe gehen weiterhin die Kinder Margaretha (Greta), Katharina (Katrin), Heinrich Peter (Heiner), der früh verstarb, Jakob und Rudolf (Rudl) [2] hervor.

Die Ursprünge der Kinaus liegen nicht in Finkenwerder, sondern vermutlich im Dorfe Kynau bei Waldenburg. Erst Gorch Focks Urgroßvater Johann Friedrich Kinau läßt sich um 1830 in Finkenwerder nieder (vgl. Kinau 1935, 27). Die Kindheit und ersten Jugendjahre [3] erlebt Gorch Fock mit der Familie in Finkenwerder. Diese Jahre dürfen durchaus als eine unbeschwerte Zeit bezeichnet werden, auch wenn Existenzsorgen die Familie plagen und die Kinder in ärmlichen Verhältnissen aufwachsen. Jan, so wird der Älteste von der Familie und Freunden genannt, gilt als still, verschlossen und verträumt:

    Am liebsten legte er sich platt ins Gras und träumte in den Himmel, oder angelte in den Prilen und Gräben. Stundenlang. Schweigend oder mit sich selbst sprechend. »So Jan, nu go hin und speel mit de Kinner – ne, Jan, dat muß du doch ne don.« (Sterne überm Meer 1942, 11)

Die träumerische Veranlagung des Kindes wird sich später zu einer fest installierten Größe in der Lebensgestaltung des Schriftstellers manifestieren und Denken und Handeln mitbestimmen. So schreibt er später in sein Tagebuch:

    Ich bin ein Mensch, der mit Träumen besser umgehen kann als mit wirklichen Dingen, der weit mehr in der Vergangenheit und Zukunft als in der Gegenwart lebt. (Fock Sämtliche Werke 1925:5, 274)

Der erfolgreiche Besuch der Finkenwerder Grundschule, der »Westerschule«, deutet eine weitere Wesensart des »Weisheitspinsels«, wie er von seinen Klassenkameraden gerne genannt wird, an: Wissens- und Bildungshunger, der ihn ständig vorantreibt und der wie ein roter Faden sein Leben durchzieht.

Durch den Beruf des Vaters ist Gorch Fock von Kindheit an mit der Seefischerei vertraut. Sein Wunsch ist es, ebenso wie der Vater zur See zu fahren. »Wenn ick groot bün, will ick mit Vadder up ’ n Ewer«. (Kinau, 1935, 43) »Wenn ick groot bün...« ein immer wiederkehrender Ausspruch, der die kindliche Imago des von Gestalt klein und zierlichen Jans widerspiegelt. Aber die Zeichen der Zeit sprechen dagegen. Veränderungen im Hamburger Gemeindewesen sind unübersehbar, und das Ende der Inselautonomie deutet sich bereits 1895 durch eine Fährverbindung zwischen Hamburg und Finkenwerder an. Auch die Insel bleibt von den Auswirkungen der Industrialisierung und deren soziologisch bedingten Veränderungen (vgl. Jarchow 1990, 84-85) nicht verschont, so daß schlechte Zukunftsperspektiven der Fischerei ganz allgemein und der damit verbundenen materiellen Unsicherheit für die Familie Kinau speziell sowie der Wunsch der Eltern, dem begabten Sohn etwas Besseres zu bieten, sie veranlassen, den Fünfzehnjährigen nach Schulabschluß in eine kaufmännische Lehre zum Onkel nach Geestemünde zu geben. In diesem Zusammenhang sollte Focks Seeunverträglichkeit nicht unerwähnt bleiben:

    Zweimal in den Schuljahren nahm Vater Jan und Heiner mit nach See, und diese Reisen waren entscheidend für den späteren Beruf. Der kleine schmächtige Jan wurde so seekrank, daß all seine Tapferkeit nicht dagegen aufkam. (Fock Sämtliche Werke 1925:1, 13)

So beginnt er 1895 eine kaufmännische Gehilfenlehre bei seinem Onkel August Kinau in Geestemünde, dessen Kolonialwarenladen aber nach fünf Monaten aufgelöst wird und Gorch Fock unter einem anderen Arbeitgeber arbeiten muß.

Die soziale Stellung eines Gehilfen zur damaligen Zeit, die sich in erster Linie auf Pflichten beschränkt mit wenig Raum für Entfaltung persönlicher Bedürfnisse, sowie die Trennung von Elternhaus und Heimat sind ein bedeutender Einschnitt im Leben des jungen Menschen. Scheu und verschlossen hat er kaum Kontakte zu anderen Gleichaltrigen. Die unbefriedigende Arbeit, die Unmöglichkeit, seinen Bildungshunger zu stillen, lassen Gorch Fock später die Geestemünder Jahre als öde, verlorene Zeit bezeichnen:

    Fremd kam ich an, fremd und allein in schlechtem Zeug lief ich auf den Straßen und an den Häfen umher. Fremd verließ ich Geestemünde. Kein Lied, kein Leid, kein Freund und keine Stimmung blieb zurück. Alles war da menschlich kalt, nüchtern und geschäftsmäßig. (Sterne überm Meer 1942, 15)

Die zahlreichen Briefe der Mutter an den Sohn aus dieser Zeit dokumentieren, wie einsam, teilweise verzweifelt sich Johann Kinau gefühlt haben muß. Sie versuchen ihn zu stärken, zu trösten, nähren aber auch in ihren ausführlichen Schilderungen über die Heimat seine Sehnsucht danach.

Hoffnung gibt Gorch Fock allerdings die Aussicht, die Handelsschule in Bremerhaven zu besuchen. 1897 verläßt er Geestemünde und absolviert innerhalb eines halben Jahres das Lernpensum von eigentlich eineinhalb Jahren. Die Handelsschule verläßt er mit sehr guten Noten in allen Fächern. Nach einer kurzen Zeit als Angestellter in einer Schreibstube in Bremerhaven tritt er 1899 eine Stelle als zweiter Buchhalter in einer Warengroßhandlung in Meiningen an.

In Meiningen werden die Weichen für seine künstlerische Zukunft gestellt. Deshalb gilt dieser Ort auch als »Stätte seiner geistigen Geburt« (Sterne überm Meer 1942, 17). Die aufgeschlossene Mentalität der Thüringer sowie die thüringische Landschaft, die er häufig und gern durchwandert, befreien Gorch Fock von den trostlosen, vorangegangenen Lehrjahren und beflügeln seine Phantasie, die ihren Ausdruck in ersten Reimen findet.

Seine Vorliebe für das Theater geht ebenfalls auf die Meininger Zeit zurück. Abzüglich des Geldes zur Unterstützung seiner Familie in Finkenwerder, reicht es immer noch für regelmäßige Besuche im Meininger Hoftheater und für den reihenweisen Kauf von Reclamheftchen, die ihm die Werke der dort aufgeführten Dichter näherbringen. So lernt er die Werke Goethes, die Dramen von Grillparzer, Shakespeare, Ibsen und Hebbel kennen, die ihn zu ersten kleinen selbstverfaßten Bühnenwerken inspirieren. [4]

Ständige Reibereien mit einem Arbeitskollegen, der in dem intelligenten Mitarbeiter einen potentiellen Konkurrenten zu erkennen glaubt, veranlassen Gorch Fock das Handtuch zu werfen, und Meiningen zu verlassen.

Mit einem Koffer bunter Hemden und Schlipse sowie vielen Büchern kehrt Gorch Fock Anfang Oktober 1900 für einige Wochen nach Finkenwerder zurück: »Uns, besonders mir, dem sechzehnjährigen Fischerjungen, kam er sehr fremd vor, und über seine vielen ›Theaterbücher‹ machten wir uns lustig« (Fock Sämtliche Werke 1925:1, 18). Die hier gegenseitig beginnende Entfremdung zwischen den Menschen der Heimat und Fock, die später ihren literarischen Ausdruck findet, wird niemals ganz überwunden werden.

Anschließend nimmt Gorch Fock für wenige Monate eine Arbeitsstelle in Bremen an, die ihm viel Arbeit und wenig Freude bringt. Dennoch ist ihm auch hier wieder das Theater Quelle künstlerischer Inspiration.

Am 1. Oktober 1901 tritt Fock eine Stelle als Buchhalter in der Firma Hofmeister & Co. in Halle an. Das vorausgegangene Bewerbungsschreiben an eben diese Firma läßt ein neues Selbstwertgefühl des jungen Dichters erkennen: »Altem Zopf abhold, weiß ich mich jeder Korrespondenz fähig und glaube mit meinem gewandten, klaren und deutschen Stil überall ehrenvoll zu bestehen« (zit. nach Strempel 1935, 69). Diese Zeit markiert eine neue Phase in der Entwicklung seiner Persönlichkeit. Es entstehen zahlreiche Gedichte, die im Nachlaß unter »Gedichte aus dem Frühwerk« aufgeführt werden. Diese ersten poetischen Versuche ranken um Liebesglück und Liebesleid, um Lust und Frust des Wanderers, um Sehnsucht nach der Heimat. Er ist verliebt in Martha Quentin [5] , Adressatin vieler Liebesgedichte und die Figur seiner späteren Erzählung »Sommer«. Mit ihr gründet er eine kleine Spielbühne, auf der sie gemeinsam von Gorch Fock verfaßte Bühnenstücke vor dem »Berufsverein der kaufmännischen Angestellten«, dessen Mitglied er ist, aufführen. Die Bühnenwerke mit den Titeln »Trotzkopf« und »Fischerkönig« [6] spielen in vertrauten Milieus, nämlich denen des Fischerei- und Kaufmannslebens und sind ebensowenig im Nachlaß erhalten wie die Hallenser Tagebücher. [7]

Im Jahr 1904 kehrt Fock nach Hamburg zurück und arbeitet für zweieinhalb Jahre als Abteilungsvorsteher bei der Zentraleinkaufsgesellschaft deutscher Kolonialwarenhändler, bis er 1907 die ersehnte Stellung als Buchhalter an der Hamburg-Amerika-Linie erhält.

Die Eingewöhnung in das neue Leben wird erschwert durch sein Heimatbild, das von seiner Vorstellungskraft in den Jahren seiner Abwesenheit idealisiert und geradezu verklärt wurde und er erkennt, daß die erträumte Heimat seiner Kindheit und Jugend nicht wiederzufinden ist. Statt dessen muß er akzeptieren, daß das Großstadt- und Arbeitsleben in seiner sachlichen Realität daseinsbestimmend ist. Spätestens zu diesem Zeitpunkt festigt sich eine Zweigleisigkeit seines Lebens, die zwar auch bei anderen Künstlern nicht ungewöhnlich, aber von Gorch Fock mit unerbittlicher Konsequenz gelebt wird. Seinen Arbeitskollegen ist der gewissenhafte, fleißige, doch introvertierte Johann Kinau bekannt, nicht aber dessen Künstler-Identität. Sie bleibt ihnen selbst in den Jahren seines Ruhmes noch lange verborgen.

Nach beendeter Arbeit im Kontor arbeitet Gorch Fock bis tief in die Nacht hinein an seiner autodidaktischen Bildung. Er liest Nietzsche, Jacobsen, Storm, Chamisso, Grillparzer und immer wieder Hebbel, dessen Werk ihn tief beeindruckt. Er lernt Dänisch, Holländisch, Englisch sowie Französisch und – er schreibt! Im Schreiben kann er seine Träume von Finkenwerder, der Seefischerei und dem Meer verwirklichen.

Von seinem Jugendfreund Hinrich Wriede, der in dieser Zeit sein wichtigster Austauschpartner ist, wird er darin bestärkt seine Heimat in ihrer Sprache wiederzugeben. Diese Rückendeckung durch den Freund und die tendentielle Neubelebung der Mundartliteratur erlauben es Gorch Fock, seine Sehnsüchte und idealisierten Vorstellungen literarisch zu fixieren. Das Schreiben wird zum Ventil seiner Träume. Gemeinsam verfassen die Freunde Bühnenstücke, beseelt von dem Gedanken, der niederdeutschen Sprache ein breites Forum zu bieten. Sie gründen sogar die bis auf den heutigen Tag erfolgreiche »Finkenwärder Speeldeel«, deren Aufführungen zunächst in der Kombüse des väterlichen Ewers H.F. 125 stattfinden. Hinrich Wriede wird ihm später die Urheberschaft an der Gründung absprechen (vgl. Wriede 1951, 40). Der Tagebucheintrag vom 2. Dezember 1906 ist allerdings ganz eindeutig zu verstehen:

    Da konnt ich dann in übersprudelnder Begeisterung die Finkenwärder Speeldeel mit Hinnik gründen und von hohen köstlichen Plänen reden. (NGF Sign.: Ca 01, Bl. 47)

Später werden sich die Wege der Freunde aufgrund unterschiedlicher Entwicklungen trennen. Doch zunächst stärkt die Freundschaft mit Hinrich Wriede nicht nur sein Gleichgewicht und damit sein Selbstbewußtsein auf der Suche nach Identität, sondern führt ihn auch ein in die 1904 von Adolf Stuhlmann gegründete »Freie Vereinigung von Freunden der niederdeutschen Sprache und Literatur«, im folgenden »Quickborn« genannt. Diese neugegründete Vereinigung, deren Anzahl der Mitglieder schnell anwuchs [8] , wollte die niederdeutsche Sprache und Schrift einem breiten Publikum zugänglich machen, besonders dem hochdeutsch sprechenden und lesenden Hamburger Bildungsbürgertum. Eine integere Persönlichkeit zur Vermittlung eben dieser Ziele tritt in der Person Focks genau im richtigen Moment in den »Quickborn« ein.

    Bei diesem Mann war alles »innen«. Was ihn aber von vielen, vielen Tausenden von Menschen, die meine Fahrbahn gekreuzt haben, auszeichnete, das war ein außerordentlich scharfes und klares Auge ... Außerdem aber war die Sprechfähigkeit seines Mienenspieles – wenn es ihm angezeigt schien, es sehen zu lassen – auch dann bemerkenswert, wenn er seinen Mund nicht bemühte. (Sandt 1934, 46-47)

Doch zunächst kann der aufstrebende Schriftsteller seine Schüchternheit noch nicht überwinden, so daß Hinrich Wriede für ihn 1907 im »Quickborn« seine beiden Erzählungen »Wat Hein Six in ’n Heben kem« und »Eggert Eggert« vorträgt, die den Beifall der dort Versammelten finden. Von nun an findet unter dem Vorsitz von Paul Wriede [9] , ein lebhafter Interessenaustausch zwischen dem »Quickborn« und Gorch Fock statt. Besonders Wriede, aber auch andere Vorstandsmitglieder, ermutigen den jungen Schriftsteller, seine Werke zu veröffentlichen. Sie verschaffen ihm Kontakte zu leitenden Feuilletonisten der Hamburger Tageszeitungen und eröffnen ihm somit ein Podium für die Öffentlichkeit.

Gorch Fock seinerseits wird zum engagierten Verfechter der neuniederdeutschen Bewegung [10] . Seinen Enthusiasmus versucht er auf breiter Ebene, d.h. nicht nur den Freunden der Mundartliteratur, sondern auch den »Quiddjes«, den hochdeutsch Sprechenden zu vermitteln. Analog zu einer breiteren Akzeptanz der plattdeutschen Sprache wirkt Fock, bzw. die« Vereinigung« einer anfänglich doch recht dialektfeindlichen Haltung der Verleger entgegen. Bei aller Begeisterung und persönlichem Engagement für die »neuniederdeutsche Bewegung« erscheint Fock dennoch als abwägender, moderater Fürsprecher. Sein Ziel ist nicht, die niederdeutsche Schriftsprache als gleichermaßen anerkannte Schriftsprache der hochdeutschen gleichzustellen. Vielmehr ist es sein Wunsch, das Plattdeutsche zu beleben und ihm eine gesicherte Stellung neben der hochdeutschen Sprache zugeben:

    [wir wollen] keine Zweisprachigkeit nach belgischer Art: Das Hochdeutsche, das Sanskrit aller Germanen soll weiterbestehen, aber die alte Sprache der Marsch und des Meeres und der Heide soll nicht verschwinden und versauern, sondern sie soll gehegt, gepflegt und geehrt werden, soll ihren Platz im Haus und in der Schule, an Bord und auf der Bühne erhalten und behalten, damit sie ihre hochdeutsche Schwester vor der Bleichsucht bewahren kann. (NGF Sign.: Ad 8: d, Bl. 8-9)

Eine besondere Chance für die Vitalisierung der plattdeutschen Sprache sieht Gorch Fock im Ausbau einer plattdeutschen Bühne, wobei er sich aber ausdrücklich gegen eine Ausbreitung des »Hamburger Missingsch« wendet. »Plattdeutsch scheint ein Freibrief für Plattheit zu sein«, vermerkt er in diesem Zusammenhang nach dem Besuch eines plattdeutschen Theaterstückes in seinem Tagebuch (NGF Sign.: Ca 06, Bl.28).

So trägt der Schriftsteller wesentlich zur ideellen Stützung des »Quickborn« bei, neben funktionellen Tätigkeiten, die er als Bibliothekar, Archivar und Schriftführer innerhalb der Vereinigung wahrnimmt. 1908 wird er in den Vorstand der Vereinigung gewählt und befindet sich somit im Kreise bereits etablierter und angesehener Literaten. Die nüchternen Vorstandssitzungen dagegen nehmen dem zu Enthusiasmus und spontaner Begeisterung neigenden Menschen oftmals jegliche Freude. Nicht das einzige Mal klagt er:

    Der Verein nimmt mir viel Begeisterung. Ich saß mürrisch da und dachte an nichts. (NGF Sign.: Ca 04, Bl. 76)

In den Jahren 1905 – 1908 entstehen zahlreiche Skizzen, die in Fachzeitschriften und Hamburger Tageszeitungen veröffentlicht werden.

Der Dichter mit seiner Frau bei Ausbruch des Krieges

Der Dichter mit seiner Frau bei Ausbruch des Krieges

1906 verlobt sich Gorch Fock mit Rosa Elisabeth Reich, von ihm Käte, später auch Rosalein genannt. Erst zwei Jahre später am 26. Januar 1908 findet die Hochzeit statt. Diese erstaunlich lange Verlobungszeit liegt in der Wesensart Gorch Focks begründet: Für den Idealisten und Schwärmer muß sich der Zwiespalt zwischen Traum und Alltag geradezu zwangsläufig an dem Problem, eine Liebe der Alltäglichkeit auszuliefern, entzünden. Dieser Konflikt zerreißt ihn fast [11] . Nach der Eheschließung im Januar 1908 ruht dieses Konfliktpotential zunächst. Die aufgeschlossene und realitätsnahe Persönlichkeit Rosas sowie die Geburt der Zwillinge Adolf und Heinrich (1910), wovon letzterer allerdings kurz darauf stirbt und die Geburt der Tochter Metta (1914), bringen Ausgeglichenheit in das Leben Gorch Focks. Diese Jahre der seltenen Harmonie zwischen der bürgerlichen und künstlerischen Existenz des Dichters bilden die Basis seiner produktivsten und kreativsten Lebensphase.

Im Jahr 1910 veröffentlicht Glogau jr. einen ersten Sammelband von Finkenwerder Fischer- und Seegeschichten unter dem Titel »Schullengrieper und Tungenknieper«, gefolgt 1911 von der deftigen Geschichte »Hein Godenwind« und dem Einakter »Doggerbank«. Seine Freude über die ersten größeren Erfolge wird durch tiefgreifende Veränderungen in Finkenwerder getrübt. Die Folgen der Eingemeindung der Elbinsel sind unübersehbar und treffen die Familie Kinau direkt: Der Vater wird Hafenarbeiter, nachdem sein ganzer Stolz, der Ewer H.F.125, abgewrackt werden muß. Der einst so idyllische Finkenwerder Deich wird zur Erweiterung des Hamburger Hafens aufgeschüttet und vergräbt die Kindheit des Schriftstellers:

    Da liegt ein schwarzes Ungetüm vor unserem Hause am Finkenwärder Deich, und dieses Ungeheuer hat seine langen Arme auf meinem Deich liegen, hält meine Welt umkrallt. Und diesen Augenblick erwacht es und reißt seine glühenden Augen auf und pfaucht und stöhnt und bläst einen schweren Strom von Sand und Schlick auf Deich und Elbe, verschüttet und verwüstet meinen Rasen, begräbt meine Spielplätze ... Ich will es nicht sehen, – es liegt schon schwer genug auf meiner Seele. (Fock 1925 Sämtliche Werke:5, 238-239)

Unter diesem schmerzhaften Eindruck des Unterganges seiner Heimat und der Sehnsucht nach ihr entsteht der Roman »Seefahrt ist not«, zeitlich plaziert in die Blütezeit der Finkenwerder Seefischerei um 1887 und gekennzeichnet durch die Beherrschung aller Termini technici der Seefischerei. Der innere Handlungsrahmen wird durch den zum Heldentum stilisierten Kampf des Individiums (der Fischer) gegen die Übermacht des Schicksals (das Meer) bestimmt.

Dieser Heimat- und Seefahrtsroman fügt sich glänzend in eine Phase des erwachenden Hamburger Lokalpatriotismus ein. Aber auch die Flottenbegeisterung des Kaisers Wilhelm II. und dessen Wunsch nach einer Expansion der Seemacht begründen den Erfolg (vgl. Hengst 1929, 88-89) dieses Werkes über regionale Grenzen hinaus. Das Erscheinen dieses Romanes (1912) bildet den Höhepunkt seines literarischen Schaffens und markiert gleichzeitig das Ende.

Bei einer Probe seines Dramas »Doggerbank«, das unter der Regie Richard Ohnsorgs von der »Gesellschaft für dramatische Kunst« aufgeführt werden soll, lernt Fock die Darstellerin der »Frau«, Aline Bußmann, kennen. Sein erster Brief an Aline nach dieser Begegnung spiegelt den tiefen Eindruck wider, den die junge Schauspielerin bei ihm hinterläßt:

    Da steht ein Mensch, der ist wie du, der spricht deine Sprache und hat deine Gedanken, der sieht mit Deinen Augen – und seltsam: er hat es Dir nicht gesagt, und doch weißt du es, doch hast du es gehört. Du hast ihn nie gesehen, weißt nicht woher er kommt und wohin er geht, und doch ist es dir, als kenntest du ihn schon Jahre. (Da steht ein Mensch 1971, 21-22)

Aline Bußmann wird zur Personifikation seiner unerfüllten Sehnsüchte und Ideale, seine »Fee«, »Mahnerin« und »Seele« – seine Muse:

    Dante beseelte eine Beatrice, Goethe eine Charlotte von Stein: Ich stelle mit dem unbeirrtesten, klarsten Gefühl meine Aline Bußmann neben sie. (Da steht ein Mensch 1971, 26)

Die vielzitierte »Seelenpartnerschaft« kann sich einer gewissen Eigendynamik des realen Lebens aber nicht entziehen, so daß sich bis zum Kriegsausbruch eine durchaus als problematisch empfundene Lebenssituation bei den Betroffenen einstellt: Rosa – Aline – Gorch Fock.

Aline Bußmann wird zu seinem künstlerischen Gewissen. Nachdenklichkeit und Unruhe über die Qualität seiner literarischen Produktion erwecken in ihm den Vorsatz, zukünftig nur noch ganz der inneren Stimme gehorchend, unabhängig von Erwartungen und Forderungen der äußeren Umwelt, zu schreiben:

    Ich fühle, daß ich künftig nicht mehr vor Ihnen bestehen kann, wenn ich nicht wahrer, ewiger und stärker schreibe, wenn ich nicht den Mut habe, gegen die Zeit und die Leute zu schreiben. (Da steht ein Mensch 1971, 23)

Dieser latent vorhandene Konflikt zwischen Können und Wollen verschärft sich mit zunehmender Berühmtheit.

Der Erfolg des Schriftstellers bringt nämlich neue Herausforderungen mit sich: Auftragsarbeiten der Tageszeitungen und Fachzeitschriften, Vorlesungen und Vorträge vor großem und kleinem Publikum, Rezensionen und Aufführungsberichte über Bühnenstücke für den »Quickborn«. Als Mitglied der »Literarischen Gesellschaft«, der »Stavenhagengesellschaft«, als Neubegründer der »Himmelsleiter« (vgl. Blunck 1937, 202-206), um nur die Bedeutendsten zu nennen, gilt es ebenfalls, Verpflichtungen [12] einzuhalten. Darüber hinaus läßt die umfangreiche Korrespondenz im Nachlaß vermuten, daß jeder an ihn gerichtete Brief – von zum Teil ganz banalen Autogrammbitten bis hin zu den abenteuerlichsten Gesuchen um Ratschläge – beantwortet wurde. Er ist ein Mensch der nicht ›nein‹ sagen kann und deshalb ständig in Zeitnot gerät: »Weil ich ein gutmütiger Mensch bin und leicht etwas verspreche, was zu halten mir nachher schwer genug werden kann«, schreibt er in einem Brief an Aline Bußmann im Zusammenhang mit einer Auftragsarbeit von Richard Ohnsorg (Da steht ein Mensch 1971, 102). Aus diesem Grunde bleiben ihm demütigende Erfahrungen nicht erspart, obwohl er auf dem Höhepunkt seines Ruhmes angelangt ist:

    Und endlich um halb drei nachts sollte ich lesen, wirklich um halb drei zwischen Tanz und Müdigkeit ... Ich selbst aber ganz gedrückt und verstört schritt gegen Vier nach Hause ... und als dann noch wie auf Befehl alle Hähne der Gegend zu krähen begannen, so daß es sich anhörte, als verhöhnten sie mich, als machten sie sich über mich lustig (kiek, kiek, kiek!) ... Da kam die Scham über mich und ich machte, daß ich ins Bett kam. (NGF Sign.: Ca 11, Bl. 20-21)

Seine Arbeit im Kontor, die er offensichtlich niemals zur Disposition stellt, erfüllt er dennoch pflichtgemäß:

    Ich wäre jetzt in der Stimmung zu dichten, zu schreiben – aber der eiserne unerbittliche Dienst läßt mir keine Zeit dazu! Was tut es: ich schreibe und dichte es doch einmal. (NGF Sign.: Ae 3, Bl. 1)

Die Diskrepanz zwischen dem eisernen Korsett seiner bürgerlichen Existenz einerseits und dem unter »Erfolgszwang stehenden Autor andererseits, verbunden mit dem Kinauschen Zwang zum Neueren, Größeren« führt nach Claus Schuppenhauer in eine »auswegslose, ja tragische Situation« (Schuppenhauer 1982, 122). Die Zeit zum Dichten und Schreiben als Möglichkeit der Daseinsbewältigung bleibt dem Schriftsteller kaum noch. So leidet auch die literarische Qualität unter diesem Zeitmangel, eine Tatsache, die ihm durchaus bewußt ist.

Im Juni 1913 wird Gorch Fock eine zweiwöchige Kreuzfahrt nach Norwegen auf dem Luxusdampfer »Meteor« von der Hapag ermöglicht. Auch wenn ihm anfangs die Eingewöhnung in das gesellschaftliche Ambiente dieser ganz neuen, fremden Variante der Seeschiffahrt schwerfällt, bringt sie ihm dennoch eine vorübergehende Aufwertung seines Lebensgefühls. Mit altnordischem Sagentum vertraut, bricht sein ungelebter Idealismus angesichts der nordischen Schönheit, die für ihn Ursprung allen Germanischen ist, aus:

    Ich stand Wotan und Donar gegenüber, Auge in Auge...Ich verstand, daß hier ein Heldenglaube wie der Germanische entstehen mußte, daß hier Männer lebten, die glaubten, daß sie von Odin selbst abstammten, daß hier die Germanenbibel, die Edda geboren werden mußte. (Sterne überm Meer 1942, 34)

Eine Idee für ein neues Buch [13] entsteht, in deren Protagonisten man unschwer die Menschen Aline Bußmann und Gorch Fock wiedererkennen kann. Eine Realisation erfolgt nicht. Das Kokettieren mit dem Heidentum allerdings ist nur vorübergehend. Angesichts des Krieges findet Fock zum christlichen Glauben.

Aline Bußmann bei einer ersten Begegnung mit Gorch Fock 1912

Aline Bußmann
bei einer ersten Begegnung
mit Gorch Fock
1912

1913 schreibt Gorch Fock das auf Aline Bußmann zugeschnittene, literarisch anspruchsvolle Drama in plattdeutscher Sprache »Cili Cohrs«, dem folgt die Komödie »Die Keunigin von Honolulu«, eine Auftragsarbeit der »Gesellschaft für Dramatische Kunst«. Es ist sein letztes Bühnenwerk. Neben den 1914/15 erscheinenden plattdeutschen Kriegsgedichten in vier Folgen sind die letzten veröffentlichten Werke des Schriftstellers die zwei Sammelbände »Hamborger Janmooten« (1914) sowie »Fahrensleute« (1915), die sich aus kleinen Erzählungen der Jahre 1913-1915 zusammensetzen.

Der Kriegsausbruch scheint eine Lösung für die kaum noch haltbare Lebenssituation Gorch Focks zu bieten. Die Kluft zwischen Wollen und Können sowohl im künstlerischen Bereich – seine hohen literarischen Ansprüche an sich selbst entsprechen kaum der tatsächlichen Produktion – als auch die brisante Situation im familiären Bereich, veranlaßt den Dichter zunächst vom Schreibtisch zu lassen, dann aber auch aktiv für die »große Idee Deutschland« zu kämpfen. Seine Kriegsbegeisterung ist kein Einzelphänomen. Sie ist eine gesamtgesellschaftliche Erscheinung. Sowohl die lähmende Depression als Antwort auf innenpolitisch unbefriedigende Lösungen im Hinblick auf gesellschaftspolitische Forderungen der bürgerlichen Emanzipationsbewegung und die Unzufriedenheit des Kleinbürgertums aufgrund einer rasant ansteigenden Industrialisierung als auch eine auf Konfrontationkurs gegen England steuernde Außenpolitik und Kolonialpolitik lösen sich mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges in einer Woge der Befreiung auf. Davon sind alle Gesellschaftsschichten gleichermaßen betroffen, wobei es aber bei den jeweiligen Bildungsschichten zu entsprechend unterschiedlichen Ausprägungen des »Hurra-Patriotismus« kommt. Pazifistische Haltungen sind eher die Ausnahme. Die niederdeutsche Fraktion allerdings »kämpft« an vorderster Front. Angesichts der Bedrohung der Heimat, der Heimatkultur, alles Heimatlichen schlechthin durch den Krieg reagiert die niederdeutsche Bewegung als Hüterin eben dieser Werte entsprechend stringent, eine Haltung, die sich knapp zwanzig Jahre später wiederholt.

Im April 1915 wird Gorch Fock einberufen. Nach einer Ausbildungszeit in Bremen wird er dem Reserve-Infanterie Regiment 207 zugeteilt. Das Warten auf den Marschbefehl erträgt er kaum, wie es in den zahlreichen Briefen an seine Frau Rosa zu lesen ist, die auch einen Neubeginn der Ehe dokumentieren. Überhaupt scheint die Ehe unter dem Eindruck des Krieges eine neue Sinnerfüllung zu finden. Sie ist ebenso wie der Einsatz des Soldaten eine heilige Verpflichtung, deren Ziel ein Reich ist, »in dem die Sonne nicht untergeht« (NGF Sign.: Ba 5). So kann die vom Reich auferlegte Bürde nur gemeinsam bewältigt werden: »Unser deutsches Volk kann die ungeheure Last nicht tragen, wenn wir nicht tragen helfen. Laß uns unsere jungen, sehr starken Schultern darbieten« (NGF Sign.: Ba 5).

Im Juli kommt Fock als einfacher Rekrut an die Ostfront. Er nimmt am Feldzug Mackensens gegen Serbien teil und erlebt die Einnahme der Zigeunerinsel. Der harte Stellungskrieg dort und die mühsamen Gebirgsmärsche lassen zwar eine gewisse Kriegsmüdigkeit erkennen, ändern jedoch wenig an seiner patriotischen Gesinnung. Unerschüttlicher Siegesglaube überstrahlt jegliche Zweifel und Ansätze der Reflexion. Der Glaube an den Sieg »ist das Große, ist der tiefe Grund, der uns mit der brodelnden Oberfläche, mit den Gärungsblasen der Müdigkeit und der Mürbigkeit wieder versöhnen kann« (Kinau 1943, 237-238). Darüber hinaus bietet besonders der Krieg die Möglichkeit zu gesellschaftlicher Ehre und Anerkennung. Gorch Focks Ehrgeiz, auch in der Kriegshierarchie aufzusteigen, nämlich vom einfachen Rekruten zum Offizier, veranlassen ihn, Anfang 1916 ein Gesuch an die Oberschulbehörde zu richten mit der Bitte um die Abnahme der Einjährig-Freiwilligen-Prüfung. Sein Künstlerstatus, aber auch die Fürsprache hochstehender Persönlichkeiten wie Ballin, Stülcken und Krogmann ermöglichen während eines kurzen Heimaturlaubes die Realisierung dieses Vorhabens.

Anschließend kommt Fock an die Westfront nahe Verduns. Diese Zeit ist für den Soldaten nur eine Übergangsphase zur Versetzung zur Marine, die er wiederum durch Fürsprache bekannter Persönlichkeiten erhofft. Im März 1916 kommt endlich der ersehnte Befehl. In Wilhelmshaven wird er dem kleinen Kreuzer »SMS Wiesbaden« zugeteilt. Der Traum vom Meer als schicksalbestimmender Größe im Leben des Dichters, der bisher nur in der fiktiven Gestalt des Klaus Mewes [14] erlebt wurde, findet nun seine Erfüllung. An seine Frau schreibt er: »Auch meine Seefahrt ist not, Elisabeth! – Haben die Quellen Wiesbadens seit den Römertagen Tausenden Heilung gebracht, so soll ›SMS Wiesbaden‹ mir zum Heile werden« (Kinau 1943, 272).

SMS Wiesbaden

S.M.S. Wiesbaden

Die »SMS Wiesbaden« bringt Gorch Fock am 31.5.1916 den Tod, als der Kreuzer in der Skagerrakschlacht zwischen der deutschen und englischen Kriegsmarine von Torpedos getroffen wird und in den frühen Morgenstunden des darauffolgenden Tages sinkt. Im August wird die Leiche an der schwedischen Küste angespült und auf der Insel Stensholmen beerdigt.

    Groß und königlich, wie er gelebt hatte, starb er als ein tapferer Held, der weiß, daß er zu seines Gottes Freude gelebt hat, und daß er zu den Helden kommen wird. Mit einem Lachen auf den Lippen versank er ... Dann ging die Dünung des Skagerrak über ihn hinweg. (Fock Sämtliche Werke 1925:3, 321-322)

Die Beschreibung des heldenhaften Todes seines furchtlosen Protagonisten Klaus Mewes in »Seefahrt« und sein eigener Tod eben auch im Skagerrak impliziert geradezu eine Glorifikation seines Todes und führt letztendlich zur Adaption seiner Werke in nationalsozialistisches Gedankengut. Das Leben des Menschen Gorch Fock erscheint im Rahmen einer nun einsetzenden Glorifizierung und Mythologisierung bestenfalls als Marginale. Die Inszenatoren der Mythologisierung sind bemerkenswerterweise neben Vertretern des öffentlichen Lebens vor allen Dingen im engeren Familien- und Freundeskreis zu finden. Der »volltönende Abschluß dieses ganz von der Liebe zur See und Seefahrt erfüllten Lebens« (Melle 1916, 42-43) wird selbst von seinem Freund Hinrich Wriede in ähnlicher Weise aufgegriffen:

    Aber gerade weil Johann Kinau im Kampf den Seemannstod gefunden hat, gerade daher wird Gorch Fock, der den Seemannstod so oft im Geist erlebt hat, so manches Mal ihn geschildert und dargestellt hat, ewig leben. (Wriede 1916, 132)

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wird es stiller um Gorch Fock, dessen literarische Lücke nun von Jakob, besonders aber von Rudolf Kinau profitabel gefüllt wird.

Mit der Etablierung der Nationalsozialisten erfährt Gorch Fock eine fast einzigartige Renaissance, die weniger seinem Leben und Schaffen gilt als vielmehr der Einbindung seines Werkes in die Ideologie des neuen Regimes. Die Vermittler dieses Kulttransfers vom Heimatdichter zum Blut- und Bodendichter, zum »Wegbereiter des Nationalsozialismus« (Wriede 1937, 201) sind wiederum im Kreise der nächsten Freunde und Angehörigen zu finden. Unbestritten haben sich Werke des Fockschen Schaffens zur Nutzbarmachung der neuen Ideologie angeboten. Seine teilweise reaktionäre Sichtweise sowie sein Verharren in traditionellen Wertvorstellungen sind aber nur ein Spektrum dieser Persönlichkeit, ebenso wie die Produktion kriegsverherrlichender Werke nur einen Ausschnitt seines Werkes darstellen.

Mitte der 30er Jahre bis Anfang der 40er Jahre haben Gorch Fock Bücher Hochkonjunktur. »Gorch Fock Bücher am laufenden Bande« nennt Alex Strempel seinen 1935 erschienenen Aufsatz, in dem er die unseriöse Editionspraxis Jakob Kinaus am Beispiel seines Werkes »Gorch Fock: Ein Schiff! Ein Schwert! Ein Segel!« anhand von Textstellen nachweist und Strempel zu dem Resümee veranlaßt:

    Jakob Kinau hat gemeint, dieses Buch müsse schon jetzt geschrieben werden und er sei dazu berufen. Dank der großen Verbreitung, die alle Bücher finden, die Gorch Focks Namen als Aushängeschild tragen, hat er bei vielen unbefangenen Lesern ein falsches Bild des Dichters geweckt (77).

Das Ergebnis dieser »Nachlaßbände« – Zurechtgeschnittenes, Ausgelassenes, Hinzugefügtes, Stückwerk – ergeben ein ideologisches Leitmotiv, das dem neuen Regime als Rechtfertigung und Bestätigung des neuen Kurses dient. Der Name Gorch Fock wird hemmungslos in den Dienst der neuen Machthaber gestellt:

    Grenzen scheint es für diese Bestrebungen kaum gegeben zu haben. Denn nicht einmal für die unwürdigste Form der kulturellen Veranstaltung [15] verzichteten die Nazis auf den Symbolwert des Namens Gorch Fock. (Goltz 1994, 350)

Wenn auch in anderem Sinne, so hatte Fock den Symbolwert seines Namens schon zu Lebzeiten als Brückenfunktion empfunden. Geradezu visionär erscheint der Eintrag in sein Bordtagebuch wenige Tage vor seinem Tod:

    Wieder bin ich ein Zwischenglied, eine Grenze, eine Verbindung, eine Brücke, wie so oft im Leben! Diese Welt muß ich mit einer anderen verbinden! Armer, reicher Gorch Fock! (Kinau 1934, 270)

Grenzen hat Gorch Fock von Jugend an erfahren, gesellschaftliche, künstlerische und menschliche. Die Erkenntnis der Unmöglichkeit, seine Lebensträume und -entwürfe zu realisieren, mündet in eine tiefe Todessehnsucht:

    Ich gehöre zu den Menschen, die aus einem Traum in den anderen fallen: Erde und Stoppeln und Steine kenne ich nicht – und wenn ich zuletzt den Boden erreiche, dann sinke ich in weichen, weißen Todesschnee und liege traumweich. (NGF Sign.: Ca 03, Bl. 58)

So liegt die Furchtlosigkeit Focks weniger in seinem vermeintlichen Kämpfertum begründet. Vielmehr ist sie Ausdruck eines Lebensgefühls, das ebenso wie das aktionistische Kämpfertum weder Schranken noch Hindernisse kennt.



Der Nachlaß: Focks Blick in die Zukunft

Das Bewußtsein für die Bedeutung schriftlicher Nachlässe, als »dasjenige Schriftgut, das sich bei einem Nachlasser im Laufe seines Lebens organisch gebildet hat« (Dachs 1965, 84), entwickelte sich seit des späten 18. Jh. als Folge eines wachsenden historischen Bewußtseins. Seit dieser Zeit werden schriftliche Nachlässe als Quellen für die Erforschung historischer Prozesse gezielt gesammelt oder – wie in der jüngeren Geschichte – auch vernichtet (vgl. Mommsen 1971, XI-XII).

Individuationsprozesse und das Bewußtsein der eigenen gesellschaftlichen Bedeutung veranlaßten im 19. Jh. viele Schriftsteller und Gelehrte, ihr Schriftgut zu sammeln und aufzubewahren. So auch Gorch Fock, der eine Anerkennung schon zu Lebzeiten erfuhr und sein Schriftgut im Hinblick auf eine zukünftige Bedeutung entsprechend verwaltete. In diesem Sinne kann die Benennung seiner Nachlaßverwalterin Aline Bußmann verstanden werden, die er in seinem Testament »namentlich in gorchfockschen Fragen« (Da steht ein Mensch, 1971, 125), erwähnt, ebenso die Bitte an seine Frau Rosa, seine an sie adressierten Briefe aufzubewahren. Sein ausdrücklicher testamentarischer Wunsch, die Urhandschrift von »Seefahrt ist not« nach seinem Tode zu verbrennen (vgl. Hengst 1929, 27), ist ein weiteres Indiz für eine vorsorgliche Nachlaßverwaltung. Dafür sprechen aber auch die Art seiner Tagebucheintragungen. Die Tagebücher spiegeln zwar persönliche Erlebnisse wider, verändern sich aber mit zunehmender Anerkennung des Schriftstellers immmer mehr in die Richtung universaler Bekenntnisse, die aufgrund ihres oftmals aphoristischen Charakters später als Stichwortgeber Basis einer fragwürdigen Berühmtheit bildeten.

Bedeutung

Die Bedeutung eines Nachlasses wird im wesentlichen von der Bedeutung des Nachlassers selber und der Wirkung seines Schaffens bestimmt. Wenn es für die Einordnung eines Nachlasses hinsichtlich seiner Relevanz auch keine Richtlinien geben kann – denn jeder Nachlaß ist ein Unikat und muß unter spezifischen Gesichtspunkten betrachtet werden – so gibt es dennoch allgemeingültige Maßstäbe, die eine Einstufung des Nachlasses erleichtern (vgl. Dachs 1965, 84-85).

Der Nachlaß Gorch Fock kann aus verschiedenen Gründen als bedeutend eingestuft werden:

1. Der Name des Schriftstellers ist über lokale Grenzen hinaus bekannt, auch wenn mit ihm meistens nur eine assoziative Verknüpfung mit den Begriffen wie Seemann, Fischer, Schiff stattfindet und das schriftstellerische Leben bestenfalls einer nun aussterbenden Generation bekannt ist. Ungeachtet aller Mythologisierung während des ersten und zweiten Weltkrieges und den darauf folgendenen Denkmalstürzen deutet die Präsenz seines Namens an öffentlichen Einrichtungen doch auf eine Kontinuität in der Wahrnehmung seiner Person. Erwähnt sei das Marineschulschiff der Bundesmarine, ein IC-Zug auf seiner täglichen Fahrt von Nord nach Süd, auch einen Schnaps diesen Namens soll es geben. Als lokale Hommage an den Schriftsteller dagegen ist die Benennung eines ganzen Straßenviertels in Finkenwerder mit Namen seiner Werke wie »Cohrsweg«, »Doggerbank«, »Hein-Saß« etc., neben einem nach ihm benannten Park und einer Gorch Fock Gedächtnishalle zu sehen.

2. Besonders wichtig ist aber das Schaffen Focks im Zusammenhang mit der damaligen Aufbruchstimmung Hamburgs. Er wirkte in einer Zeit der sozio-kulturellen Neuorientierung der Stadt. Bedeutende Zeitgenossen schufen während dieser Jahre eine bis auf den heutigen Tag spür- und sichtbare Stadtidentität. [16]

Keineswegs nur der Darstellung des Finkenwerder Milieus verpflichtet, hat Fock gerade in den letzten Jahren vermehrt das Hamburger Leben in hamburgischer Mundart thematisiert (vgl. Borchling 1933, 217-218) und mit seinen Werken das Hamburger Lokalkolorit über regionale Grenzen hinausgetragen. Als Folge der niederdeutschen Bewegung sind auch die Gründungen zahlreicher niederdeutscher Bühnen und Speeldeels zu sehen. Die Wurzeln des heutigen Ohnsorg Theaters liegen in der damaligen Popularität Focks in Verbindung mit Ohnsorgs künstlerischem Regiegeschick begründet:

    Die Bedeutung Focks liegt weniger in der Qualität seiner Bühnenwerke als vielmehr in ihrer Rezeption und der allgemeinen Bekanntheit des Schriftstellers, die es niederdeutschen Schriftstellern ermöglichte, auf Hamburger Bühnen gespielt zu werden... Der Erfolg, den die »Gesellschaft für dramatische Kunst« mit der Aufführung »Cili Cohrs« und »De Keunigin von Honolulu« einbrachte, ermutigte Ohnsorg, Werke anderer niederdeutscher Schriftsteller in das Repertoire der Truppe aufzunehmen. So wurde der Weg für Bossdorf und andere niederdeutsche Bühnenschriftsteller frei. (Niemann 1981, 240) [17]

Aber auch die Korrespondenzen mit bedeutenden Persönlichkeiten dieser Zeit (u. a. mit Gustav Schiefler, Emil Sandt, von Melle und Richard Ohnsorg) spiegeln das kulturelle, geistige und z.T. politische Bild Hamburgs wider.

3. Die neuniederdeutsche Bewegung, deren geistiges Zentrum in Hamburg lag, war eine Form des allgemeingesellschaftlichen Phänomens der Rückbesinnung auf regionale Kulturen als Reaktion auf bürgerfeindliche Innenpolitik und eine karge Kulturproduktion der wilhelminischen Ära. Gorch Fock, ein Fürsprecher und Repräsentant dieser Bewegung, transportierte romantisch verklärtes Heimat- und Heldentum wie kaum ein anderer Schriftsteller in die Wohnstuben des Kleinbürgers und in die Salons des Bildungsbürgertums.

4. Nicht zuletzt liegt die Bedeutung dieses Nachlasses in der Möglichkeit, nach nahezu achtzig Jahren ein objektives Bild des Menschen und Schriftstellers Gorch Fock zu gewinnen. Eine wissenschaftliche Auseinandersetzung war bisher nur auf der Basis höchst fragwürdiger Publikationen der Nachlaßverwalter möglich.

5. Kontinuierliche Auseinandersetung mit »Werk und Wirkung« Focks läßt sich seit Mitte der 70er Jahre anhand etlicher Veröffentlichungen durchgängig belegen (vgl. Michelsen, Hrsg., 1984). Eine »Entdeckung« des hamburgischen Schriftstellers Robert Wohlleben in Focks Roman »Seefahrt ist not« ist das literarische Sujet einer zuletzt im Jahre 1995 [18] erschienenen Publikation.

Anmerkungen

1] Alle aus dem Nachlaß zitierten, bisher noch nicht veröffentlichten Stücke werden im laufenden Text unter der Abk. NGF (Nachlaß Gorch Fock) mit Angabe der im Nachlaßrepertorium enthaltenen Signatur belegt.
2] Nach dem Tod Gorch Focks wurden Jakob und Rudolf ebenfalls Schriftsteller, deren Erfolge auf dem Ruhm des Bruders aufbauten.
3] Zur Darstellung der Kindheit und Jugend sind hauptsächlich die Lebensbeschreibungen von Aline Bußmann: Sterne überm Meer, 1942; Jakob Kinau: Gorch Fock: Ein Leben im Banne der See 1935, sowie die Lebensbeschreibung Jakob Kinaus in: Gorch Fock 1925, Sämtliche Werke, Bd.1, verwendet worden.
4] Aus der Meininger Zeit ist lediglich das unvollendete Bühnenwerk »Nylan« erhalten.
5] Ihr früher Tod am 24.12.1907 hat lange im Leben des Dichters nachgewirkt.
6] Im Nachlaß befinden sich zwar Fragmente eines Bühnenwerkes, die evtl. dem »Fischerkönig« zugeordnet werden könnten, die Datierung ist aber aufgrund von Focks Habitus, alte Themen neu zu bearbeiten oder zu variieren, unsicher.
7] Auszüge aus diesem Tagebuch sind in: Jakob Kinau 1935, S.91-93 nachzulesen.
8] Vgl. hierzu: Niemann, 1981, S. 184: der Verfasser stellt hier die Mitgliederanzahl anderer niederdeutscher Vereinigungen in den Jahren 1910-1912 in den Vergleich mit der Mitgliederanzahl der Vereinigung Quickborn.
9] Paul Wriede übernimmt 1907 den Vorsitz des »Quickborn«.
10] Die erste niederdeutsche Bewegung fand ab 1850 statt. Begründet wurde sie u.a. durch Klaus Groth, Fritz Reuter, John Brinckmann und Johann Hinrich Fehrs.
11] Das Tagebuch 1906 vermittelt eine durchgängig depressive Grundstimmung. Von 1907 ist kein Tagebuch im Nachlaß enthalten.
12] Siehe Anhang: Terminplanfragment.
13] Den Entwurf des Buches hat Fock nach der Reise Aline Bußmann zugeschickt.
14] Klaus Mewes ist die Hauptfigur seines Romanes »Seefahrt ist not«.
15] Bei dieser Veranstaltung handelte es sich um die zweite Bücherverbrennung in Hamburg im Mai 1933, anläßlich Gorch Focks Todestages.
16] Alfred Lichtwark und Justus Brinckmann als geistige Führer der Reformbewegung wollten der Verfremdung der Menschen von ihrer regionalen kulturellen Identität mit Modellen eines neuen Lebensstiles entgegenwirken. Fritz Schumacher setzte der Reformbewegung städtebauliche Akzente.
17] Dieses Zitat wurde aus dem Französischen übersetzt.
18] Robert Wohlleben: Der Schimmelreiter von Finkenwerder: Theodor Storms »Schimmelreiter« in Gorch Focks »Seefahrt ist not!« entdeckt. Hamburg, 1995.

Literatur

Blunck, Hans Friedrich: Gorch Fock und der »Kreis um die Himmelsleiter«. In: Gorch Fock und seine Heimat: Von Deich und Dünung / Geleitwort von Felix Graf von Luckner. Berlin: Franke, 1937

Borchling, Conrad: Gorch Fock und das Niederdeutsche. In: Festschrift der Hamburgischen Universität: Werner von Melle zum 80. Geburtstag dargebracht / hrsg. von der Hamburgischen Universität. Hamburg, 1933

Da steht ein Mensch. Briefe von Gorch Fock an Aline Bußmann / Hrsg. Hugo Sieker. Hamburg: Christians, 1971

Dachs, Karl: Katalogisierungsprinzipien für Nachlässe. In: Zeitschrift für Bibliothekswesen und Bibliographie 12 (1965), S.80 ff.

Fock, Gorch: Sämtliche Werke in fünf Bänden / hrsg. von Jakob Kinau. Hamburg: Glogau, 1925

Goltz, Reinhard: Der Gott der Heimat, der beste Kamerad und der geschaßte Gewerkschafter. Die Schriftsteller Johann, Rudolf und Jakob Kinau in der Nazi-Zeit. In: Niederdeutsch und Nationalsozialismus. Studien zur Rolle regionaler Kultur im Faschismus. Hildesheim [u.a.]: Olms, 1994 (Quickborn Bücher ; 86/87)

Hengst, Wilhelm: Gorch Focks Roman »Seefahrt ist not«. Dissertation. Marburg: Universität, 1929

Jarchow, Klaas: »Soweit was Johann Kinau betrifft. Im übrigen bin ich Gorch Fock«. Eine Sozioanalyse. In: Liebe, die im Abgrund Anker wirft: Autoren und literarisches Feld im Hamburg des 20. Jh. / hrsg. von Inge Stephan u. Hans-Gerd Winter. Berlin [u.a.]: Argument-Verl., 1990

Kinau, Jakob: Gorch Fock. Ein Leben im Banne der See. München: Lehmanns, 1935

Kinau, Jakob und Marie Luise Droop: Gorch Fock: Ein Schiff! Ein Schwert! Ein Segel! Kriegs- und Bordtagebuch des Dichters. München: Lehmanns, 1943

Melle, Werner von: [Rede zum Tode Gorch Focks]. In: Mitteilungen aus dem Quickborn 10 (1916/1917) Veranstaltungsbericht

Michelsen, Friedrich W. (Hrsg.): Gorch Fock: Werk u. Wirkung ; Vorträge und Diskussionen d. Kolloquiums Mundartliteratur am Beispiel Gorch Fock am 25. Februar 1983 in Hamburg. Hamburg: Buske, 1983 (Quickbornbücher; 77)

Mommsen, Wolfgang A.: Die Nachlässe in den deutschen Archiven / bearb. im Bundesarchiv in Koblenz. Boppard am Rhein: Boldt Bd.1. Einleitung und Verzeichnis. 1971

Niemann, Raymond-Fred: Le théâtre Bas-allemand à Hambourg de 1900 à 1945. Thèse de doctorat. Paris: Université de la Sorbonne, 1981. Tome I

Sandt, Emil: Gorch Fock und ich. Hamburg: Hartung, 1934

Schuppenhauer, Claus: Plattdeutsche Klassiker 1850-1950: Wege zur niederdeutschen Literatur. Leer: Schuster, 1982 (Reihe: Dokumentation; 7)

Sterne überm Meer: Gorch Fock: Tagebuchblätter und Gedichte aus dem Nachlaß ausgewählt und mit einer Lebensbeschreibung des Dichters / hrsg. von Aline Bußmann. Hamburg: Glogau, 1942

Strempel, Alexander: Gorch Fock Bücher am laufenden Band: Unveröffentlichtes aus dem Nachlaß. In: Mitteilungen aus dem Quickborn 28 (1935) 3, S. 65-77

Wessling, Berndt W.: Anmerkungen zu Gorch Fock, der vor hundert Jahren auf der Elbinsel Finkenwärder geboren wurde. In: Mitteilungen aus dem Quickborn 70 (1980) 1, S 269 ff

Wohlleben, Robert: Der Schimmelreiter von Finkenwerder. Theodor Storms »Schimmelreiter« in Gorch Focks Roman »Seefahrt ist not!« entdeckt. Hamburg: Fulgura Frango, 1995

Wriede, Hinrich: Gorch Fock (Johann Kinau). In: Mitteilungen aus dem Quickborn 9 (1915/1916), S. 132

Wriede, Hinrich: Erinnerungen an Gorch Fock. In: Gorch Fock und seine Heimat: Von Deich und Dünung / Geleitwort von Felix Graf von Luckner. Berlin: Franke, 1937

Wriede, Hinrich: Gorch Fock und die Finkwarder Speeldeel. In: Mitteilungen aus dem Quickborn 42 (1951), S. 40

Rechte am Text bei Birgit Esser, Hamburg



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